Einsatzreicher Berufsfeuerwehrtag 2011

Ein Gong ertönt in der Fahrzeughalle der Feuerwehr Froschhausen. Kurz darauf schallt es aus dem Lautsprecher: „Feuer im Gestüt Wiesengrund, Einsatz für den Löschzug“. Sofort eilen die Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmäner zu den Fahrzeugen. In Windeseile sind alle Plätze belegt und die großen roten Autos sausen los. Nach kurzer Fahrt, die von den Feuerwehrleuten genutzt wird um Jacke, Handschuhe und Helm anzulegen, erreicht der Löschzug das Gestüts im Industriegebiet Stehnweg. „Der Heuboden brennt und da sind noch Menschen drin!“, brüllt ein hysterisch mit den Händen fuchtelnder Mann, der eine große Platzwunde am Kopf hat. Dann geht alles blitzschnell. Die Schläuche werden ausgerollt, eine Leiter aufgestellt und zwei Trupps unter Atemschutz gehen in das Strohlager vor. Schon wird die erste Person gerettet, eine zweite kann sich über die soeben aufgerichtete Leiter in Sicherheit bringen und kurz darauf werden noch zwei weitere Personen auf einer Trage zur Verletztensammelstelle transportiert.

Alles läuft so professionell ab, wie man es in solch einem Ernstfall von den Feuerwehrleuten erwarten würde. Und doch ist etwas anders. Denn zum einen sehen die Einsatzkräfte viel kleiner und zum anderen auch deren Uniformen ungewohnt anders aus. Erst auf den zweiten Blick wird klar, dass es sich bei den Feuerwehrkräften nicht um Erwachsene, sondern um Angehörige der Jugendfeuerwehr handelt. Und auch der vermeintliche Großbrand entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als fiktives Einsatzszenario. Die Verletzten, die soeben noch von den Jugendfeuerwehrmitgliedern gerettet werden mussten, sind mittlerweile wieder munter und wischen sich die Schminke von den Gesichtern. Auch die Atemschutzgeräte, mit deren Hilfe vor wenigen Minuten noch zur Brandbekämpfung vorgegangen wurde, sind bloß selbst gebaute Attrappen, die zwar täuschend echt aussehen, aber um einiges leichter als die Originale sind. Nachdem alle Geräte wieder auf den Fahrzeugen verstaut sind, fahren die Jugendlichen zurück zur Feuerwache.

Es soll nicht ihr letzter Einsatz gewesen sein, den sie an diesem Wochenende zu bewältigen haben, schließlich sind die Jugendfeuerwehrmitglieder nicht rein zufällig alle im Feuerwehrhaus versammelt. Grund ist der alljährliche Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr Froschhausen, der den Jugendlichen die Möglichkeit geben soll, eine 24-Stunden Schicht wie bei einer echten Berufsfeuerwehr zu erleben und am vergangenen Wochenende von Samstag- auf Sonntagmorgen veranstaltet wurde.

Der realitätsnah gestaltete Arbeitstag hatte es dabei wirklich in sich. Nicht nur, dass die Jugendfeuerwehrmitglieder wie die hauptberuflichen Brandschützer Unterrichte zu besuchen und für die Pflege von Feuerwache und Fahrzeugen zu sorgen hatten. Auch das Essen musste vorbereitet und natürlich immer wieder zu Einsätzen ausgerückt werden. So musste gleich am frühen Samstagmorgen ein Keller ausgepumpt und aus einem beschädigten Tank auslaufender Dieselkraftstoff aufgefangen werden. Auch im weiteren Verlauf des Tages mussten die Nachwuchsbrandschützer noch mehrere Male ausrücken, zum Beispiel um einen Waldbrand zu bekämpfen oder einen in einem Rohr feststeckenden Hund zu befreien. Am Sonntagmorgen galt es dann noch eine brennende Flüssigkeitslache zu löschen und kurz vor Dienstende eine Schlange einzufangen. Dementsprechend müde waren alle Jugendlichen, als es gegen 9 Uhr dann endlich Feierabend hieß. Trotzdem waren sich alle einig, den nächsten Berufsfeuerwehrtag auf keinen Fall verpassen zu dürfen. Und entlohnt mit lauter glücklichen Gesichtern, konnten auch die Ausbilder vollauf zufrieden sein.


Der Berufsfeuerwehrtag 2011 in Bildern






Berufsfeuerwehrtag 2010 erfolgreich

Am Samstag den 28.08.2010 war es wieder soweit. Nach gut 2 Jahren Pause startete um 10 Uhr der Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr Froschhausen. Dabei verbrachten Jugendliche und deren Ausbilder 24 Stunden im Feuerwehrhaus, um den Alltag der hauptberuflichen Brandschützer zu erleben. Während des Dienstes galt es, diverse Aufgaben zu erledigen. Neben verschiedenen Ausbildungseinheiten, der Material- sowie Fahrzeugpflege und gemeinschaftlichem Kochen kam der Spaß natürlich nicht zu kurz. Am wichtigsten für die Kids waren allerding die (fingierten) Einsätze, welche fachgerecht und zur äußersten Zufriedenheit der Wehrführung sowie Jugendleitung abgearbeitet wurden.
Unter anderem mussten verletzte Personen aus verunfallten Fahrzeugen gerettet und betreut, Garagen- und Werkstattbrände gelöscht sowie Einsatzstellen bei Nacht für die Polizei ausgeleuchtet werden. Ein bisher einmaliges Erlebnis war es für die Jugendlichen, unter Chemikalienschutzanzügen (CSA) Gefahren zu beseitigen. So wurde durch Passanten ein defektes Paket im Industriegebiet gefunden, welches einen unbekannten mehlartigen Stoff beinhaltete. Nach der fachgerechten Entsorgung wurden die CSA-Träger noch dekontaminiert und konnten wieder einmal erfolgreich auf die Wache zurückkehren.
Zum Schluss möchte sich die Jugendfeuerwehr noch einmal bei all denen bedanken, die es uns ermöglicht haben, ein solch zeitintensives Event durchzuführen! Ebenso gilt ein ganz besonderes Dankeschön denen, welche uns Materialien oder ihren eigenen Grund und Boden als Übungsobjekt zur Verfügung gestellt haben!